Mit Jesus hast Du ein Leben in der Fülle.

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Predigt zur Konfirmation am 11.05.2025, Kreuzkirche Bayreuth

Liebe Festgemeinde,

»Einmal hin, alles drin!« Diesen Werbeslogan haben vielleicht noch manche im Ohr. Wer weiß noch, welche Firma damit geworben hat?

Der Supermarkt, der mit diesem Slogan wirbt, hatte in der Tat eine ganze Menge zu bieten (Einige Dinge auf der Kanzel aufbauen) : zunächst die Lebensmittel wie Obst, Gemüse– frisch oder in Konserven, Süßigkeiten– auch ohne Verpackung, Müsli, Brot, Fleisch, Wurst und Käse– an der Theke oder verpackt–, Gefrorenes, Milch, Joghurt, Butter, Quark, Backsachen, Mehl, Zucker, Getränke aller Art und so weiter. Dann aber auch Klamotten, Schuhe, Haushaltsgeräte vom Mixer bis zum Flachbildschirm, Gläser, Teller, Tassen usw. Drogerieartikel wie Seife, Shampoo, Zahnpasta, Rasierschaum, Deo, Waschmittel, Windeln, Klopapier etc. Darüber hinaus Spielsachen, Fahrräder und Fahrradzubehör wie Reifen, Luftpumpe, Reflektoren. Motoröl, Schreibwaren, Deko-Sachen, und, und, und.. Es stimmte also schon irgendwie: Du fährst einmal hin und hast dann alles drin in deinem Einkaufswagen.

Ich glaube nun tatsächlich, dass man das ziemlich gut auf Jesus Christus übertragen kann. Über ihn schreibt der Missionar Paulus in einem seiner Briefe ein mal zwei Hammersätze: »In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.« Und: »In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig« (Kol 2,3.9). Das heißt doch nichts anderes als: Geh einmal zu Jesus hin, denn in ihm steckt alles drin! Alle Weisheit. Alles, was wichtig ist zu erkennen und zu glauben und zu hoffen. Gottes ganze Kraft. Gottes ganze Liebe.

Gottes ganzes Erbarmen. Gottes ganze Hilfe.

Ja, Gottes ganze Gottheit steckt in Jesus drin.

Das heißt: Wenn du Jesus hast, dann hast du alles, was du je brauchtest und was du je brauchen wirst! Mehr gibt’s nicht. Mehr geht nicht.

Jesus: Einmal hin, alles drin! Und genau darum geht es heute an der Konfirmation: Geh zu Jesus hin, heute einmalig in diesem festlichen Rahmen, aber dann immer wieder in deinem Leben. Die Konfirmation ist kein Schlusspunkt in deinem Leben, sondern ein Doppelpunkt. Mach heute bewusst diesen Schritt zu Jesus, nachher in der Konfirmationsfrage und bei der Segnung, aber geh ihn fortan immer wieder. So wie wir alle auch. Wenn der letzte Schritt des Glaubens bei dir die Konfirmation war, dann ich heute für uns alle die Möglichkeit, uns neu bei Jesus festzumachen. Ganz egal, in welchem Lebensalter und welcher Lebenssituation du bist. Gott ruft dich heute. Aber du musst auch wissen: er ruft nicht unendlich oft. Irgendwann kommt der letzte Ruf aus diesem Leben und da sollte unbedingt vorher dem Ruf Jesu bereits gefolgt sein.

Das war die Gemeinsamkeit zu dem Werbespruch. Aber es gibt auch Unterschiede: Nun leben wir in einer Welt voller Konkurrenz. Und die schläft nicht. Die Konkurrenz des Supermarktes zum Beispiel protestiert gegen den Werbespruch und sagt: »Bei uns gibt es auch alles.« Oder: »Bei uns finden Sie Dinge, die Sie nirgendwo sonst finden.« Oder: »Vielleicht haben die alles, aber wir sind spezialisiert.« Inzwischen ist ja real sogar insolvent gegangen, weil die Konkurrenz real vom Markt verdrängt hat. Das werden wir bei Jesus nie erleben. Jesus geht nie Konkurs, eher diese Welt, so chaotisch wie die Entwicklungen gerade sind. Aber wie die Konkurrenten damals bei real, genauso erheben Menschen schon zu allen Zeiten Widerspruch gegenüber Jesus. Sie kritisieren: »So ein Quatsch! Jesus ist doch nicht alles. Da gibt es doch noch so viel anderes: andere Religionen, andere Auffassungen, andere Überzeugungen. Die solltest du auch mal ausprobieren. Und dann entscheide selbst, was das Beste für dich ist.« Wie ist das nun?

Ich würde sagen, die Konkurrenten des Supermarktes haben recht: Es gibt noch viele andere Supermärkte und Geschäfte und Angebote. Keiner hat alles.

Die Kritiker von Jesus haben allerdings nicht recht. Denn in Jesus steckt tatsächlich alles, und neben ihm gibt es nichts anderes. Höchstens Schlechteres. Immerhin sagt er einmal von sich selbst: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Verständlicher ausgedrückt sagt Jesus: „Neben mir gibt es nichts anderes und niemand anderen. Ich bin’s! Bei mir findest du alles, was du brauchst. Zum Leben und wenn du sterben musst. Niemand liebt dich wie ich. Für niemanden bist du so wichtig wie für mich. Niemand tut das für dich, was ich für dich getan habe, als ich mein Leben für dich eingesetzt habe und für dich an einem Kreuz gestorben bin. Und als ich für dich auferstanden bin, um auch dir ein neues Leben zu schenken. Ein Leben mit Hoffnung. Ein Leben mit Sinn. Ein Leben nach meinem Wohlgefallen. Ein Leben, das nicht im Grab endet, sondern in meine Ewigkeit mündet.“

Jetzt kannst du dagegen protestieren und Einspruch erheben und sagen: »Das glaub ich nicht. Das kann doch nicht sein, dass Jesus wirklich alles ist. Er ist ja ganz ok und nett, aber ich will mehr! Und anderes auch!« Dann lass mich dir zeigen, was passiert.

[Das folgende Beispiel habe ich an einem Stehtisch demonstriert. Ich habe die entsprechenden Getränke mitgebracht und das Glas in eine flache Glasschale (als »Überlaufbecken«) gestellt.]

Wenn Jesus wirklich alles ist, dann ist er wie so ein Glas, das randvoll gefüllt ist mit gesundem, mineralstoffreichem, frischem Wasser. Etwas Besseres gibt es nicht. Und jetzt kommst du daher und sagst: »Das reicht mir nicht. Das ist mir nicht genug. Ich will noch etwas anderes.« Dann schüttest du dir noch etwas Cola dazu. Und Fanta. Dann hast du schon einmal einen Wasser-Mezzo-Mix. Aber Alkohol wolltest du vielleicht auch schon immer mal probieren, den kippst du auch noch dazu. Und Kaffee, der darf natürlich nicht fehlen. Doch egal, wie viel du noch haben willst, wie viel du noch dazu kippst–es wird nicht mehr. Das Glas kann nicht noch voller werden. Und das Schlimme ist: Der Inhalt wird schlechter. Du verlierst jetzt das pure, reine, gesunde Wasser wegen eines ungenießbaren Mischmaschs. Und so ist es auch bei Jesus. Wenn du meinst, dass er dir nicht reicht, dass du bei ihm nicht alles bekommst, was du brauchst, und wenn du darum noch andere Dinge in dein Herz kippst, z.B. ein wenig Aberglauben, ein wenig egoistische Selbstoptimierung, vielleicht noch einen Schuss Buddhismus oder Hinduismus soll ja auch ganz exotisch schmecken–,was passiert dann? Dann verlierst du den reinen, puren, rettenden Jesus wegen eines ungenießbaren Mischmaschs– und hast am Ende gar nichts mehr.

Mit Jesus in deinem Herzen, in deinem Leben, ist alles drin, was reingehört. Mehr brauchst du nicht, und mehr bringt auch nichts.

Beim Supermarkt stimmt das nur bedingt. Es fehlt halt doch immer irgendwas. Bei Jesus Christus stimmt das unbedingt. Das, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, war ein großer Unterschied zwischen dem Supermarkt und Jesus.

Und es gibt noch einen zweiten Unterschied: Mag ja sein, dass du in dem Supermarkt nahezu alles bekommst, was du brauchst– aber du musst dafür bezahlen. Jedes einzelne Teil. Vom Teebeutel bis zu den Tischkickerbällen. Nichts ist umsonst.

Bei Gott ist dagegen alles gratis. Aus Gnade geschenkt! Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont. Vielmehr hat er ihn für uns alle in den Tod gegeben. Damit ist das Sterben von Jesus am Kreuz gemeint. Damit nimmt er alle unsere Sünden, alle unsere Schmerzen, alles, wofür wir uns schämen müssen, auf sich. Er nimmt all das auf sich, um es uns wegzunehmen, damit wir aufatmen und befreit leben können. Wenn Gott uns also seinen Sohn geschenkt hat, wird er uns dann nicht auch alles andere schenken?

Wir leben in einer Zeit, in der ein Deal nach dem anderen geschlossen wird: Das ist Gottes Deal mit uns: »Du gibst mir alles, was nicht gut war oder nicht gut ist in deinem Leben. Die Fehler, die du begangen hast. Die kleinen oder großen Lügen, die im Untergrund deiner Seele ihr Unwesen treiben. Deine dunklen Geheimnisse und dein offensichtliches Scheitern. Deinen Unglauben und dein Misstrauen mir gegenüber. Allen Müll– her damit! Jesus entsorgt ihn für dich. Dafür bekommst du von mir Vergebung. Innere Heilung. Frieden in der Seele. Lebensfreude und eine Hoffnung, die größer ist als jeder Rückschlag. Und du bekommst das alles gratis! Denn Jesus hat schon dafür bezahlt. Er hat sich mit seinem Leben für dich eingesetzt, damit du alles bekommst, was du wirklich brauchst: seine ganze Gnade. seinen ganzen Segen. Das ist ein Deal, bei dem du nur gewinnen kannst!

Liebe Festgemeinde, ich kann mir vorstellen, dass all das für manche von uns zu abgefahren klingt. Doch ich bleibe dabei: Jesus bietet alles, was wir brauchen. Das sind nicht nur Kirchenworte, innerhalb der Mauern der Kreuzkirche. Auch in der Realität draußen vor den Kirchenmauern gelten sie! Und auch nach deiner Konfirmation.

Da geht es nämlich darum, wie Du als Christ lebst und was deine Aufgabe als Christ in dieser Welt ist. Und du hast eine! Und jeder von uns hier.

Die folgende Geschichte hilft uns, das zu verstehen. Wir haben sie in unserer letzten gemeinsamen Konfirmandenstunde gemeinsam gelesen:

In einem Traum betrat ein junger Mann einen Laden. Hinter der Theke stand ein Engel Gottes. »Was haben Sie im Angebot, und wie viel kostet es?«, wollte der junge Mann wissen. Der Engel antwortete freundlich: »Wir haben alles, was Sie brauchen, und es kostet nichts.« Da begann der junge Mann schnell aufzuzählen: »Dann hätte ich gerne Frieden in der Welt und ein Ende aller Kriege. Glück und Lebensfreude und Hoffnung– besonders für diejenigen, die leiden oder einsam sind. Geduld und einen festen Glauben könnte ich auch gut gebrauchen. Das Ende von Armut. Mehr Gemeinschaft und Liebe in der Kirche und …« »Entschuldigen Sie, junger Mann«, fiel ihm der Engel freundlich, aber bestimmt ins Wort. »Sie haben mich falsch verstanden. Wir verteilen keine fertigen Pflanzen. Wir bieten Ihnen den Samen.«

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Festgemeinde, das Vertrauen auf Jesus ist wie ein Samenkorn. es muss wachsen mitten aus dem Dreck und der Dunkelheit der Erde, aber in diesem kleinen Samenkorn steckt schon die ganze, komplette Pflanze drin! Dein Glaube mit 14 darf noch ein anderer sein als mit 60 Jahren. Die Wurzeln sind vielleicht noch nicht so tief, aber deswegen ist er genauso wertvoll. Und dein Glaube wird sich die nächsten Jahre bewähren in der manchmal hellen und manchmal dunklen Realität des Lebens. Und dein Glaube hat sich auch zu bewähren in ganz praktischen Tun und Reden, Denken und Leben im Sinne Gottes und der zehn Gebote, die wir in diesem Gottesdienst schon gehört haben. Aber eines steht felsenfest: mit Jesus haben wir ganz und komplett alles, was wir brauchen im Leben und wenn wir sterben. Darum lade ich dich noch einmal ein: Geh zu Jesus hin, denn in ihm steckt alles drin. Amen.

Bei Fragen oder Anregungen bitte wenden an: Pfr. Friedemann Wenzke, Dr. Martin Luther Str. 18, 95445 Bayreuth, Tel: 0921/41168, E-Mail: friedemann.wenzke@elkb.de