Gottesdienst mit Konfirmation, Pfr. Wenzke, Livestream

Zur PDF

Predigt zur Konfirmation 2026, Kreuzkirche Bayreuth:

Trachtet nach dem, was droben ist (Kol 3)

Mountainbike fahren – Illustration für ein Leben mit Jesus

Liebe Konfirmanden, liebe Gemeinde,

hier vorne steht ein Mountainbike. Es ist das unseres Sohnes Simon. Er hatte vor einem Jahr Konfirmation und hat ein Teil seines Geldes in dieses Fahrrad investiert. Eine gute Investition. Heute will ich euch erzählen, was so ein Mountainbike mit Glauben und einem Leben mit Jesus zu tun hat. Schauen wir uns dieses Bike mal an:

Wichtig ist da zuerst mal ein guter Rahmen. Was gibt unserem Leben seinen Rahmen? Zunächst mal die tagtäglichen Dinge. Essen, Trinken, Familie, Gesundheit, Freizeitbeschäftigungen, Sport, Schule, Beruf, unsere Gewohnheiten. Der Rahmen spielt in unserem Leben eine wichtige Rolle. Deswegen ist ein guter und stabiler Rahmen etwas sehr Wertvolles. Wenn die Familie heil ist. Die Gesundheit stabil. Später ein guter Job, der mich und meine Familie ernährt und ausfüllt. Bei einem alten Fahrrad kann es schon mal zu einem Rahmenbruch kommen, wenn er großen Belastungen ausgesetzt ist. Es geht nicht immer gut aus, wenn der Rahmen zerbricht. Auch und gerade nicht im wirklichen Leben. Da drohen Abstürze und Unfälle.

Und trotzdem: Der Rahmen allein macht noch kein Mountainbike. Wir brauchen natürlich auch die Räder dazu. Und so ist es auch in unserem Leben: Wir sind nämlich unterwegs. Ein Rad im Stillstand verfehlt seinen Zweck. (Rad rollen lassen). Wir sind in unserem Leben unterwegs einem Ziel entgegen. Auch wenn wir uns das oft nicht klarmachen. Die meisten lassen sich nämlich durch den Rahmen ihres Lebens so in Beschlag nehmen, dass sie das ganz aus den Augen verlieren, dass sie einem Ziel entgegenfahren. Dass die Räder sich drehen, aber nicht unbegrenzt. Irgendwann werden sie zum Stillstand kommen. Bei dem einen früher, bei der anderen später.  Und plötzlich sind viele Lebensjahre verflossen und man fragt sich, wo sie geblieben sind im Rahmen des Alltags. In der Bibel heißt es: Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist (Kol 3). Das ist übrigens auch das Motto der meisten Mountainbike-Fahrer. Trachtet nach dem, was droben ist. Runterfahren kann man erst, wenn man oben angekommen ist. Der Weg, der zum Ziel führt, ist schmal sagt Jesus. Deswegen bleiben die meisten lieber unten in der Ebene auf den breiten Wegen. Auf den Fahrradautobahnen. Aber der steile Weg nach oben ist ungleich interessanter und vielfältiger. Es ist der Glaubensweg, auf dem man Abenteuer mit Gott erleben kann!

Reifen: Dieses Bike hat richtig dicke Reifen. Die geben einem deutlich mehr Sicherheit, ein deutlich besseres Gefühl, wenn es ruppig durch die Höhen und Tiefen geht. Sie federn gemeinsam mit der Federgabel die heftigen Stöße besser ab. Mit breiteren Reifen unterwegs sein – das könnte für unseren Glauben heißen: In Gemeinschaft mit anderen unterwegs zu sein. Mountainbike fahren macht viel mehr Spaß in einer Gruppe. Christsein macht viel mehr Freude in der Gruppe. Als Christ allein gehst Du bald ein, das kann ich dir versprechen. Viele bleiben nach der Konfirmation weg und kommen nicht mehr in die Gemeinde. Und wundern sich dann, wenn ihr Glaube verkümmert. Dabei haben wir hier in der Pfarrei viele Kleingruppen, wo man sich austauschen kann. Über seine Sorgen und Freuden erzählen kann. Gemeinsam die Bibel lesen. Mehr über den Glauben erfahren. Uns sozusagen breiter aufstellen lassen, damit wir einen guten Stand, einen guten Halt im Glauben bekommen. Man muss sich nur auf den Weg machen und ein paar von Euch gehen da ja auch schon hin in die Jugendgruppen von Jungs und Mädchen, die wir zumindest an der Kreuzkirche haben. Lasst euch einladen! Gemeinschaft hilft übrigens auch enorm, Stöße und Schläge des Lebens besser wegstecken zu können! Geteiltes Leid ist halbes Leid! Und geteilte Freude macht auch anderen Mut. Ihr werdet dort in den Gruppen zugleich auch mehr erfahren über euch selbst, eure Gaben, eure Persönlichkeit – sprich Euer eigenes Profil (=> Reifenprofil!). Damit ihr lernt, mit den Möglichkeiten, die Gott in euch angelegt hat, besser unterwegs zu sein.  Und damit ihr nicht gleich ausrutscht, wenn der Untergrund mal rutschig wird.

Luftpumpe: Ohne das hier (Luftpumpe) sind aber die fettesten Reifen nix wert. Wenn die Luft draußen ist, kann man nur noch schieben. Nicht sehr prickelnd! Als Jesus seinen Jüngern nach Ostern erschien, da hatten sie sich voller Angst in einem Raum verbarrikadiert. Aber dann stand er auf einmal vor ihnen. Und es heißt: Da blies er sie an und sagte: Nehmt hin den Heiligen Geist. In der Sprache des NT ist Luft und Geist das gleiche Wort. Pneuma. Deswegen sagen die Schweizer zu Reifen auch „Pneus“. Der Heilige Geist gibt unserem Glauben Form und Fülle und Leben. Und darum ist es so wichtig zu beten: Gott schenke du mir deinen Heiligen Geist, schenke mir deine Kraft. Alleine schaffe ich es nicht.

Lenker: Es ist wichtig, dass wir an Gott dranbleiben. Der Lenker erinnert uns daran, dass ER es ist, der uns Halt gibt. An IHM können wir uns festhalten. Kein Mountainbike-Fahrer würde auf die Idee kommen, ohne die Hände am Lenker schwierige Strecke rauf oder runter zu fahren mit Wurzeln, großen Steinen – nicht mal die verrücktesten Downhill-Fahrer. Wir brauchen Halt im Leben! Und Jesus kann der Halt in deinem Leben sein. Er bietet sich an. Du kannst dich heute an ihm festmachen mit beiden Händen. Greif doch zu und fahre nicht weiter freihändig durchs Leben.

Smartphone/Navigationsgerät: So ein Teil besitzen die meisten von euch ja auch. Auf der Konfifreizeit waren sie zum Teil ja tabu. Sie können aber auch sehr nützlich sein. Das gleiche Teil kann man nämlich auch als Navi benutzen. Und es gibt ja nicht nur google maps, es gibt noch Komoot und andere gute Wegführungsapps. Das ist beim Fahrradfahren echt richtig klasse. Früher in meiner Jugend habe ich auch größere Touren gemacht und dann musste ich immer anhalten und auf einer Fahrradkarte schauen, wo es weitergeht. Das ist echt old school und heute fast nicht mehr vorstellbar. So eine App zeigt mir den besten Weg und gibt mir vor allem auch Orientierung. Man kann bei den Navi Apps ja auch einstellen, dass sie mit einem sprechen. Und da ist es natürlich auch gut, wenn man zuhört. Jesus sagt einmal: „Meine Schafe hören meine Stimme … und sie folgen mir und ich gebe ihnen ewiges Leben“. Wie zeigt Jesus uns den Weg zum ewigen Leben? Seine Stimme spricht zu uns vor allem durch die Bibel. Ein super Navigationsgerät. Sie zeigt uns den Weg, der zum Leben führt. Darum: Lasst eure Konfirmationsbibel nicht einfach irgendwo im Regal verschwinden, sondern lest auch immer mal wieder drin. Es gibt gute Bibelleseapps, sucht einfach mal in eurem play Store.

Trinkflasche: Bibellesen ist zugleich wie ein Schluck aus dieser Flasche. Wenn es richtig warm wird, und eine Tour richtig heftig ist, braucht man viel zu trinken. Bei Gott und in seinem Wort finden wir, was unseren Durst stillt. Unseren Durst nach Leben, nach Erfüllung, nach dem was unserem Leben Sinn und Bedeutung gibt. Jesus sagt von sich, dass er die Quelle des Lebens ist. Eine unstillbare Quelle, die immer fließt.

Schloss: Jedes Jahr werden in Deutschland 350.000 Räder geklaut. Da empfiehlt es sich schon, so ein Rad wie dieses auch abzuschließen. Seht, euer Leben hat nur einen rechtmäßigen Eigentümer. Und das seid ihr gar nicht selbst, sondern das ist Gott. Er hat euch geschaffen. Wunderbar gemacht. Er hat einen Plan für Euer Leben. Christus hat für euch bezahlt und euch freigekauft am Kreuz auf Golgatha, sodass ihr jetzt ihm gehört. Darum macht euch nicht zu Sklaven menschlicher Maßstäbe. Ihr gehört ihm allein – und deswegen ist es wichtig, dass Ihr Euch Euer Leben nicht klauen lasst. Es gibt viele, die in Zukunft um Euch werben. Um Eure Zeit, um Euer Können, auch um euer Geld. Auch jetzt zur Konfirmation ringen die Banken um Eure Gunst. Und das gilt natürlich für die Wirtschaft insgesamt. Und dann gibt es auch Vereine und Interessengruppen, die euch im Blick haben. Und solange ihr fit seid, Leistung bringt, solange ihr zum Bruttosozialprodukt beitragt, und den Konsum anheizt, solange hat die Welt an euch ganz viel Interesse. Aber wer von Bürgergeld leben muss, wer körperlich oder psychisch krank wird, wer nicht mehr liefert, Leistung oder Geld, wer älter wird, der merkt ganz schnell, wie einsam es auf einmal um einen werden kann. Dann werden wir fallen gelassen, manchmal von heute auf morgen. Gott lässt euch nicht fallen. Niemals. Ich bin der gute Hirte, sagt Jesus. Mir geht es um Euch selbst. Nicht um das, was ihr leistet, wie ihr ausseht, was ihr hinkriegt. Ich habe euch lieb, spricht der Herr. Einfach so! Ohne Grund. Nicht, weil ihr so besonders liebenswert seid.

Und dann gibt es noch was, darüber reden wir nicht gerne, aber es gehört zum Fahrradfahren einfach dazu und lässt sich nicht vermeiden. Es sind Stürze. Ihr könnt nicht in einen Radladen gehen und sagen: „Ich will ein Rad, mit dem man nicht hinfallen kann.“ Gibt´s nicht. Wir können nicht davon ausgehen, dass in unserem Leben als glatt läuft. Wie gut, wenn wir dann wissen, woher wir Hilfe bekommen. können. Dann wenn wir hingefallen sind. Wenn uns böse mitgespielt wurde oder wir selbst anderen böse mitgespielt haben. Oder gar an Gott schuldig geworden sind. Die Bibel nennt das Sünde. Davon müssen wir befreit werden. Da brauchen wir Vergebung und Rettung. Und die finden wir nur bei Gott. Gott hat so viel in unsere Rettung investiert! Er hat das Leben seines Sohnes riskiert als er ihn in eine unsichere und feindliche Welt geschickt hat. Und Jesus wurde umgebracht. Er ist für uns gestorben, damit wir leben dürfen.

Helm  „Die Gewissheit eurer Rettung sei euer Helm“. So heißt es in Eph 6. In unserem Leben kann es ein plötzliches Ereignis oder Hindernis sein, der für einen plötzlichen Sturz sorgt. Eine Familie, die zerbricht. Ein lieber Mensch, der stirbt, eine schwere Krankheit, die von einem Tag auf den anderen in die Familie bricht. Es können auch Menschen sein, die uns Schlimmes antun. Mobbing, seelische oder gar körperliche Gewalt. Und deswegen ist ein Helm so wichtig. „Die Gewissheit eurer Rettung sei euer Helm“. Die Gewissheit unserer Rettung. Und das heißt: Wir dürfen und sollen uns immer wieder sagen: Ich gehöre zu Jesus, mir kann und darf keiner was – ich bin ein Kind Gottes! „Auf Gott hoffe, ich, was können mir Menschen tun“ so heißt es in Ps.56,11. Ich habe eine große Hoffnung, die mir keiner kaputt machen kann.

Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden, nachher werden wir miteinander wieder durch diese Tür da vorne aus der Kirche ausziehen. Und niemand wird euch daran hindern, euren Weg ab morgen ohne Jesus und ohne Gemeinde weiterzugehen. Ohne den Halt, den uns ein Leben mit Jesus bietet (auf Lenker zeigen).  Ohne Navi. Ohne einen Helm der Hoffnung auf ein ewiges Leben. Man kann ohne all das leben. Manchmal gar nicht schlecht. Aber man erreicht das Ziel nicht. Und dann ist alles umsonst gewesen. Dann stehst Du am Ende mit leeren Händen da. Und darum wünsche ich Euch, dass Ihr euch das Mountainbike-Abenteuer mit Jesus einlasst – dass Ihr euch von Ihm mitnehmen lasst. Es ist ein Abenteuer das sich lohnt! Und vor allem ein Ziel das sich lohnt. Trachtet nach dem, was da droben ist. So wird euch alles andere zufallen. Amen.